Die Sprache der Natur. Über das Schicksal einer Metapher und ihre Relevanz in der Umweltdebatte

In B. Marx (ed.), Widerfahrnis und Erkenntnis. Zur Wahrheit menschlicher Erfahrung (= Erkenntnis und Glaube. Schriften der Evangelischen Forschungsakademie NF, Band 42). Evangelische Verlagsanstalt (2010)
Download Edit this record How to cite View on PhilPapers
Abstract
Im ersten Teil stelle ich den Niedergang der Metapher von der "Sprache der Natur" im Anschluss an die Untersuchungen von Hans Blumenberg dar. Blumenberg meint, dass der Sprachverlust der Natur bis heute anhält. Im zweiten Teil prüfe ich die Konzeption Charles Taylors, die im Verhältnis zu Blumenbergs Thesen als alternative Beschreibung angesehen werden kann. Während sich Blumenberg vor allem mit der äußeren Natur befasst, richtet sich Taylors Interesse auf die innere Natur. Zu den "Quellen des Selbst" rechnet er die "Stimme der Natur", die bis in die Gegenwart wirke und in den Ökologiebewegungen zum Ausdruck komme. Der Aufmerksamkeit für die Naturzerstörung liege ein spezifisches Vermögen der modernen Identitätsbildung zugrunde. Taylors Rekurs auf die Natur ist nicht überzeugend und kann nicht als Einwand gegen Blumenbergs Auffassung gelten. Man muss das ökologische Bewusstsein nicht, wie Taylor es versucht, auf die neuzeitliche Philosophie zurückführen: Es könnte auch neueren Ursprungs sein, indem es sich erst in Auseinandersetzung mit der Umweltkrise entwickelte. Im dritten Teil frage ich, ob in der Umweltproblematik, wie sie etwa beim Klimawandel oder bei der Erschöpfung der natürlichen Ressourcen vorliegt, wieder eine Sprache der Natur vernehmbar wird.
PhilPapers/Archive ID
SCHDSD-10
Upload history
Archival date: 2015-11-21
View other versions
Added to PP index
2013-10-16

Total views
678 ( #5,965 of 53,612 )

Recent downloads (6 months)
115 ( #4,251 of 53,612 )

How can I increase my downloads?

Downloads since first upload
This graph includes both downloads from PhilArchive and clicks on external links on PhilPapers.