Inscenizacje dramatów Gerharta Hauptmana na scenach Wrocławia w latach 1933-1944

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Abstract
Die Breslauer Sprechbühnen wiesen in der Zeit des Nationalsozialismus Tendenzen auf, die für das gesamte Theaterleben Deutschlands charakteristisch waren. Die politische Instrumentalisierung der dramatischen Kunst, wie des ganzen literarischen Lebens, resultierte aus dem zentralen, von dem Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda postulierten Programm, das den Theatern außcrästhetische Propaganda- und F.rziehungsaufgabcn zuschrieb. Die Hauptfrage - nach der Spielplangestaltung - traf auch für die wichtigsten Verfasser der damaligen Literatur zu, zu denen sicher der eng mit der schlesischen Provinz verbundene Gerhart Hauptmann gehörte. Seine Stellung nach dem Jahre 1933 war keineswegs eideutig und sie bestätigte nur die komplizierten Verhältnisse zwischen ihm und dem Regime, das aus Propagandagründen sein Schaffen selektiv akzeptierte. In den ersten Jahren nach der Machtergreifung spielten deutsche Theater nur wenige Stückre Hauptmanns, in Breslau sogar keine. Erst 1935 brachte das Lobetheater die Aufführung der Komödie Der Biberpelz. Zwei Jahre später (anläßlich Hauptmanns 75. Geburtstages) spielte man im Breslauer Schauspielhaus, das seit 1936 die einzige Sprechbühne war, das Drama Michael Kramer. In Anwesenheit des Dichters fand hier auch die Uraufführung des Filmes Der Biberpelz statt. 1938 gastierte mit einem eigenen Ensemble der Staatsschauspieler Paul Wegener mit der Inszenierung von Kollege Crampton in Breslau. Erst zwei Jahre später (Jan. 1940) nahm das Theater in Breslau Hauptmanns Werk wieder in das Repertoire auf. Die Aufführung des Schauspiels Elga, dessen Motive aus Grillparzers Drama entnommen wurden, verursachte heftige Proteste mancher Regime-Ideologen (einschließlich Alfred Rosenbergs) wegen der polnischen Thematik des Dramas. Im Jahre 1941 inszenierte das Breslauer Schauspielhaus das Stück Der Bogen des Odysseus (die erste Aufführung war am Osternsonntag), im März 1942 die Tragödie Rose Bernd. Eine besondere Bedeutung kommt dem 80. Jubiläum des Dichters (Nov. 1942) zu. Die zentralen Feierlichkeiten dazu wurden von der Theaterabteilung des Goebbelschen Propagandaministeriums nach Breslau verlegt. Nach zahlreichen Kontroversen und Abstimmungen beschloß man im Schauspielhaus 4 Dramen zu spielen: Michael Kramer, Die Tochter der Kathedrale, Und Pippa tanzt und Der Biberpelz. Hauptmann verlieh man auch den Schliesischen Literaturpreis. Außerdem wurde er zum Ersten Ehrenbürger der Friedrich-Wilhelm-Universität ernannt. Das Deutsche Institut der Breslauer Universität veröffentlichte aus diesem Anlaß ein dem Jubilar gewidmetes Gedenkblatt, das verschiedene Aspekte seines Schaffens zum Thema hatte. Auch das Reichspropagandaamt Schlesien bereitete eine Broschüre vor, die das Interesse der Partei betonen sollte. Die Krönung des Jubiläums war die Gesamtausgabe von Hauptmanns Werken, deren erstes Exemplar dem Dichter überreicht wurde. Unter den zahlreichen Wünschen, die Gerhart Hauptmann zu seinem Geburtstage bekam, befanden sich auch Telegrammme von Hitler, Goebbels und Schlösser. Das letzte in Breslau inszenierte Drama Hauptmanns war Imphigenie in Delphi, dessen Erstaufführung am 5. Dez. 1943 im Schauspielhaus stattfand.
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