Die Phasentheorie. Franz Brentano und Auguste Comte

Brentano Studien. Internationales Jahrbuch der Franz Brentano Forschung 15 (Der frühe Brentano):329-360 (2017)
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Abstract

Die Abhandlung entwickelt und vertritt folgende Thesen: (1) Brentanos Vier-Phasen-Theorie wurde unabhängig von Comtes Drei-Stadien-Gesetz entworfen . (2) Aber Brentano legte großen Wert darauf, die Übereinstim- mung beider Theorien zu unterstreichen . (3) Beide Theorien gehen von verschiedenen Geschichtsauffassungen aus: Comtes Theorie schließt die Geschichte der fundamentalen positiven Wissenschaften ein, die geradli- nig verläuft, stets aufwärts führt und durch keine gesetzmäßig auftretenden Verfallsphasen belastet wird, aber dennoch Stagnationen kennt . Dagegen bezieht sich Brentanos Theorie vorwiegend auf die Geschichte der Philo- sophie, allerdings indirekt auch auf die schönen Künste . Dabei verlaufen die historischen Entwicklungen zyklisch und kennen Perioden des wissen- schaftlichen Auf- und Niederganges, die sich wiederholen . (4) Beide The- orien enthalten verschiedene Strategien, die auf eine grundlegende Erneu- erung der Philosophie abzielen . Für Comte gilt, dass die neue Philosophie positiv und unabhängig von der philosophischen Tradition arbeiten müsse . Dagegen vertritt Brentano die Auffassung, nach der die Philosophie von ihrer Methode her der Naturwissenschaft analog empirisch forscht und da- bei der philosophischen Tradition prinzipiell verpflichtet bleibt.

Author's Profile

Ion Tanasescu
Institute of Philosophy and Psychology of The Romanian Academy

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2021-02-25

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