Kollektive Verantwortung und Armut

In Gottfried Schweiger & Clemens Sedmak (eds.), Handbuch Philosophie Und Armut. J.B. Metzler. pp. 326-332 (2021)
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Abstract
Die Frage nach der Verantwortung für globale Armut laesst sich auf mindestens zwei Weisen stellen – als Frage nach der (retrospektiven) Verantwortung für das Auftreten dieses Problems oder als Frage nach der (prospektiven) Verantwortung für dessen Behebung. Dieses Kapitel wird sich vor allem auf die zweite Frage konzentrieren: Inwiefern sollte die Verantwortung, Armut zu bekaempfen, als kollektive Verantwortung verstanden werden? Für viele von uns werden diese Pflichten nur im weiten (schwachen) Sinne kollektiv sein, naemlich in dem Sinne, dass die kollektive Ebene für die Entscheidungsfindung und die Handlungsbewertung primaer ist. Kollektivitaet von Verantwortung im engen Sinn erfordert hingegen staerkere epistemische Verknüpfungen der Gruppenmitglieder sowie eine Bekenntnis zum gemeinsamen Ziel. Wo diese bereits bestehen, da koennen wir von kollektiver Verantwortung in diesem starken Sinn sprechen und entsprechend von den Mitgliedern dieser Gruppen einen groesseren Einsatz für das Endresultat erwarten.
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