Abstract
Sollen wir Euklids Vorgehen in den Elementen als ein axiomatisches System verstehen—oder als ein System des natürlichen Schließens, in dem die Regeln und Prinzipien, denen wir in unserem Schließen folgen, dargelegt werden? Im Folgenden werde ich darstellen, wie Kenneth Manders, Danielle Macbeth, Marco Panza und andere in jüngster Zeit diese letztere Sicht als eine alternative Lesart von Euklids Elementen dargestellt haben. Insbesondere werde ich versuchen zu zeigen, dass wir in dieser Lesart Euklids eine Art der Argumentation vorfinden, die nicht bloß auf Diagrammen basiert (wie dies auch in anderen diagrammatischen Darstellungen der Fall ist), sondern dass die Euklidische Geometrie hier als wesentlich diagrammatisch aufgefasst wird: Wir argumentieren und denken hier in dem Diagramm, und nicht bloß auf seiner Grundlage.