Wie fängt (man) eine Handlung an?

In Anne-Sophie Spann & Daniel Wehinger (eds.), Vermögen und Handung. Der dispositionale Realismus und unser Selbstverständnis als Handelnde. Mentis. pp. 135-157 (2014)
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Abstract
Das Verb „anfangen“ lässt sich sowohl mit einem Akteur an Subjektstelle als auch subjektlos verwenden. Sogenannte subjektlose Sätze wie „Es fängt zu regnen an“ haben freilich ein grammatisches Subjekt, aber auf die Rückfrage „Wer oder was fängt zu regnen an?“ ist die einzig mögliche Antwort „Es“ unbefriedigend. Das grammatische Subjekt fungiert in solchen Sätzen lediglich als synkategorematischer Ausdruck. Menschliche Akteure können in gehaltvollerem Sinn etwas anfangen, zum Beispiel Streit, oder, wie es bei Kant heißt, „eine Reihe von Begebenheiten“. Mit dem emphatisch beschriebenen Vermögen, „eine Reihe von Begebenheiten ganz von selbst anzufangen“, bestimmt Kant das Anfangen einer Handlung als Vermögen der Erstverursachung und verschafft ihm so die gebührende Fallhöhe. Diese beiden Verwendungen von „anfangen“ markieren die Spannung zwischen dem bloßen Beginnen eines subjektlosen Naturprozesses und dem Vermögen, ein Geschehen aktiv in Gang zu setzen. Ich möchte in diesem Beitrag vier klassische Modelle des Anfangens einer Handlung diskutieren, um ihre wichtigsten Vorzüge und Nachteile miteinander zu vergleichen: die kausale Handlungstheorie, die Theorie der Akteurskausalität, die des mentalen Steuerimpulses und die der noumenalen Kausalität. Klassisch sind die vier Modelle, insofern man sie philosophiehistorisch wie folgt verorten kann: (1) Das humesche Modell: kausale Handlungstheorie, (2) Das aristotelische Modell: Akteurskausalität, (3) Das cartesische Modell: mentaler Steuerimpuls, (4) Das kantische Modell: noumenale Kausalität [...].
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