Ich, der ich denke, Anschauung denke und anschaue. Erster Versuch zu Kants Anschauung suchendem Verstand

Abstract

Der menschliche Verstand, sagt Kant, „kann nur d e n k e n und muss in den Sinnen die Anschauung suchen“ [KrV, §16]. Da der Verstand nur denken kann, ist denken und Anschauung suchen nicht zweierlei. Denn auch die Anschauung suchen muss man können. Daher sieht Kant das Besondere „unseres discursiven, der Bilder bedürftigen Verstandes (intellectus ectypus )“ [KdU §77] im „Vermögen, den Gegenstand sinnlicher Anschauung zu denken“ [KrV B75/A51]. Daher ist Verstand primär ein Erkenntnisvermögen. Denn ohne „den Stoff zum Denken“ aus empirischer Anschauung „würde der Actus, Ich denke, doch nicht stattfinden“ [B423], und indem er sucht, findet er (cum quaerit, invenit): „Ich, der ich denke und anschaue, ist die Person“ [Preisschrift]. In diesem Aufsatz werden in einem ersten Ausblick einige grundlegende Textstellen auf dieser Basis analysiert. Short summary: What is it like to be human understanding, according to Kant? Understanding is in search of intuition (intellectus ectypus quaerens sensibilitatem), and happens to be pretty successful, at least everywhere and anytime. The IQ (intellectus quaerens) project is a Kant interpretation which takes Kants talk of understanding seeking intuition as a serious thing in itself. Let‘s see how it works, with a few examples.

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